Ein Stern, der Deinen Namen trägt

Posted by on Jan 12, 2018
Ein Stern, der Deinen Namen trägt

Die Ein-Sterne-Rezension.

Der Albtraum eines jeden Autoren. Faustschlag UND Roundhousekick in einem. Er zielt direkt auf die neuralgischen Punkte des ohnehin empfindlichen Autorengemüts. Kann das sein, MAG da etwa jemand nicht, was ich schreibe? Oh mein Gott! Ich bin schlecht! Mein Schreibstil ist schlecht! Platt. Und erst die Figuren! Jede Wendung vorhersehbar und alles so UNREALISTISCH! Nichts davon ist spannend. Wie konnte ich nur so dumm sein und glauben, ausgerechnet ICH könnte ein Buch schreiben?

Ein wenig Aufmunterung

Du bist Autor. Darum weißt Du ganz genau, was ich mit dem Absatz sagen will. Ich habe in meiner kurzen Autorenzeit schon einige erlebt, die wegen einer negativen Kritik oder einer schlechten Rezension alles hingeworfen haben.

Kann man trotz einer Ein-Sterne-Rezension oder schlechtem Feedback ein guter Autor sein?

Ja. Ich zeige es Dir. Nimm etwas Popcorn, lehn´dich zurück. Und wenn Du mit dem Text fertig bist, schmeißt Du Deine Sorgen über Bord und probierst es, mit Gemütlichkeit an Deinem Text weiterzuarbeiten. Denn eine Ein-Sterne-Rezension gehört zum Autorenleben dazu, wie Currywurst zum Ruhrgebiet.

Also: Ring frei.

Info: Ich habe die Rezensionen die hier zu lesen sind nicht verändert oder korrigiert. Bei einigen habe ich die Überschrift in den Text eingefügt, da sonst der Zusammenhang des Eingangssatzes nicht deutlich würde.


Serienmörder sind Quark

Ein Serienmörder – gähn. Kommt in der Natur selten vor, in der Kriminalfiktion gefühlt in jedem zweiten Buch oder Film. Die langweiligste narrative Struktur ever. Immer, wenn dem Autor gerade nichts mehr einfällt und die Spannung abzusacken droht, geschieht der nächste Mord. Das kann wirklich jeder, der eine Computertastatur bedienen kann. Und am Ende geraten immer die Ermittler selber in Gefahr – und werden immer in letzter Sekunde gerettet. Man will ja auch noch die nächsten Fortsetzung schreiben. Harry, hole schon mal den Wagen.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Jo Nesbos Bestseller „Durst“, dem 11. Teil seiner Harry Hole Serie. Nesbo hat eine Vielzahl von Preisen für seine Reihe erhalten und Weltweit über 240 Millionen Bücher verkauft.

 

Superlative müssen sein

Die schlechteste Geschichte, die ich je gelesen habe. Und ich lese viel. Am Schluss habe ich die Seiten nur noch soweit oberflächlich überflogen, bis geklärt war, um wen es sich bei dem Mann mit dem Gedächtnisverlust denn nun handelt. Das Buch ist schlecht geschrieben und eigentlich nur eine Anhäufung diverser Verschwörungstheorien.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Sebastian Fitzeks Buch Noah, das wie alle seine Bücher ein Bestseller war. Fitzeks Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt und standen allesamt auf der Spiegel-Bestseller Liste. Fitzek ist Träger des Europäischen Preises für Kriminalliteratur.

Alles konstruiert. Ach?

Leider fand ich das Buch sehr langatmig und langweilig. Ich frage mich wirklich, was an diesem Buch spannend sein soll, denn es passiert ja fast nichts. Wenn die Sprache wenigstens ein literarischer Hochgenuss gewesen wäre oder interessante Ideen oder Gedanken vorhanden wären, aber nichts von dem – alles wirkt so konstruiert, lieblos und oberflächlich. Wenn man dieses Buch nicht liest, hat man nichts verpasst.

Eine Ein-Stern-Rezension zu Trudi Canavans „Die Gilde der Schwarzen Magier“. Die Reihe zählt zu den erfolgreichsten Buchreihen der 2000er Jahre. Canavan ist Träger diverser internationaler Preise und schreibt unter anderem für die Serie „Dr. Who“ auf BBC.

Game of Schrott

Nach langem hin und her habe dieses Buch erstanden…..Ich habe es sehr schnell bereut, das Tempo ist lahm, die Geschichte entwickelt sich nicht wirklich. Ich habe mich zum weiterlesen gezwungen, es wurde aber nicht wirklich besser. Mag ja sein das es den ein oder anderen erfreut, mich jedoch erfuellt es mit purer Langeweile. Einem Terry Goodkind kann es jedenfalls nicht das Wasser reichen. Nicht mal mit einem sehr langen Arm. Besser beim Schwert der Wahrheit bleiben!!!!

Eine Ein-Stern-Rezension zu George R.R. Martins „Die Herren von Winterfell“, Teil 1 der Das Lied von Eis und Feuer Reihe. „Die Herren von Winterfell“ war direkt nach Veröffentlichung Platz 1 der New York Times sowie der Wallstreet Journal Bestseller Liste. Er ist vielfacher Träger des verschiedenster Preise, darunter der Nebula Award und der Deutsche Phantastik Preis. Die auf den Büchern aufbauende Fernsehserie ist Träger dutzender Auszeichnungen.

Aliens im Wunderland

Ich habe einige positive Beurteilungen gelesen, muss aber sagen, dass ich das überhaupt nicht verstehen kann. Für mich ist dieses Buch der – völlig misslungene – Versuch, die Geschichte von Alice im Wunderland in die Science fiction zu übertragen. Was als Kinderbuch nett und ansprechend wirkt, ist hier nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Absurditäten. Nein, kein einziger Stern, eher Negativsterne, falls es soetwas gibt.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. Das Buch zählt zu den einflussreichsten Werken der Popkultur und ist mehrfach auf verschiedene Arten adaptiert worden. Ein Großteil der Wortspiele, Witze und Bezeichnungen des Anhalters,  wie beispielsweise die Antwort „42“ auf komplexe Fragen, sind bis heute Teil der Internetkultur.

Nichts von Spannung zu spüren.

Ist ja nur ein King Roman.

Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass ich das Buch nach mehreren Wochen immer noch nicht zu Ende gelesen habe…und das hat schon etwas zu heißen. Überall hört man über diese Geschichte nur überragend Positives, sodass man gar nicht daran vorbei kommt es unbedingt lesen muss. Doch wurde ich leider recht schnell eines Besseren belehrt. Das Buch ist langatmig, langweilig und vom erwarteten „Horror“ und der Spannung ist, zumindest für mich, rein gar nichts zu spüren. Nachdem ich mich jetzt knapp 1000 Seiten durchgebissen habe werde ich mir den Rest jetzt auch noch „antun“, aber empfehlen kann ich es definitiv nicht.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Stephen Kings „Es“. King hat bis heute über 400 Millionen Bücher verkauft, die in 50 Sprachen übersetzt wurden. Er gilt als König der Horror-Literatur. Das Buch Es wurde zwei mal verfilmt.

Fakten Aneinanderreihung

Es ist mir schleierhaft, warum dieses Buch so gelobt wird. Bis zur Mitte habe ich durchgehalten, dann konnte ich die Langeweile nicht mehr ertragen. Völlig spannungslos werden Fakten aneinandergereiht, die Charaktere bleiben zweidimensional und blass und das ganze Geschehen bleibt völlig an der Oberfläche. Schade, ich hatte gehofft, auf eine anspruchsvolle Serie historischer Romane gestoßen zu sein.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Bernhard Cornwells „Das letzte Königreich.“ Das Buch stand über Wochen in den englischen Bestsellerlisten, sowie die gesamte „Uthred Reihe“. Das Buch wurde in verschiedene Sprachen übersetzt. Seit 2015 wurde eine Serie zu den Büchern gedreht, die in Deutschland auf Netflix zu sehen ist.

Vorhersehbar und ohne Spannung

Ein recht langweiliges Buch ohne wesentliche Spannung. Die Geschichte ist vorhersehbar und immer wieder gleich gestrickt: Der Hauptmatador gerät in nahezu ausweglose Situationen, aus dem Nichts erscheint ein Helfer und schon kann es von vorne los gehen. Wirklich raffinierte Geschichten oder Lebensläufe, Unvorhersehbares und Überraschendes wird nicht erzählt. In diesem Stil hätte man das Buch noch 1000 Seiten weiter schreiben können.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Rebecca Gablés „Die Hüter der Rose“. Der Roman erhielt den silbernen Lorbeer des Sir Walter-Scott Preises. Sie hat bereits mit ihrem ersten Werk über 200.000 Exemplare verkauft und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Historienroman-Autorinnen.

Kein Herz für Klassiker

Ein Klassiker, ein Roman den man gelesen haben muss, ich hatte ihn in 2 Tagen durch so spannend war er, bla bla bla…Meine Devise… ein Buch das man anfängt wird fertig gelesen… ich habe 2 Monate gebraucht und sehr viel Durchhaltevermögen…Diese komplette Geschichte ist so unglogisch und zieht sich so derbe in die Länge. Allein schon wie Rob alles gelingt was er in die Hand nimmt, Sonderstellung, kann die Sprache einwandfrei sprechen und so weiter… Ja man darf in einem Buch auch mal Glück haben, aber hier hat Gordon mit dem Glück sehr übertrieben und es ist einfach sowas von unrealistisch, dass es überhaupt keine Lust gemacht hat zu lesen, allein schon die zeitlichen Aspekte, die nicht übereingestimmt haben.Ich fande es grausam und möchte es euch ersparen, nutzt die Zeit für andere Bücher, für gute 😉

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Noah Gordons „Der Medicus“. Das Buch wurde 1999 zu den zehn beliebtesten Büchern aller Zeiten gekürt und wurde in 42 Ländern verkauft. Allein die deutsche Übersetzug verkaufte sich über 6 Millionen mal. Das Buch wurde in einer deutschen Produktion verfilmt und von über drei Millionen Menschen gesehen.

Kranke Geschichte, schlechter

Schreibstil (auch kein herz für Klassiker)

Alle Welt spricht ueber dieses Buch, es wird in den Schulen gelesen.. was ist dran an der Geschichte? Leider nichts! Tief enttaeuscht hat es mich, es ist furchtbar geschrieben, totlangweilig und die Handlung zieht sich hin. Wie kann man sich nur so eine kranke Geschichte ausdenken und dann auch noch so schlecht darstellen? Ein besserer Schreibstil haette eventuell etwas an der Qualitaet geaendert! Das Buch ist ueberhaupt nicht zu empfehlen!

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Patrick Süskinds „Das Parfum“. Das Buch wurde in 48 Sprachen übersetzt und über 20 Millionen mal verkauft und gehört damit zu den größten Erfolgen deutschsprachiger Autoren überhaupt. Das Buch stand 9 Jahre lang in der Spiegel Bestseller Liste und erhielt 1987 den World Fantasy Award.

Schlau vermarktetes Buch, das die Dummheit

der Leser zeigt (Vorsicht: Nicht Shades of Grey)

Nachdem meine Freundin und ich uns vorlesenderweise durch die ersten 100 Seiten gequält hatten, ahnten wir schon, was sich nach der Lektüre der übrigen 235 Seiten so darstellt: clevere, sprachlich nicht unbegabte Autorin sucht alles zusammen, was sie jemals an Fantasievollem gelesen hat, also Tolkien, Blyton, Kästner, Carroll, …, mischt dies mit einer großen Portion Grusel aus Heftchenromanen (Sinclair etc.) und fügt zum Schluss noch ein wenig Lebensweisheit aus einschlägigen Ratgebern hinzu. Nun alles gut umrühren und ca. 1 Monat lauwarm köcheln lassen, dabei nicht vergessen, durch reichlich Zugabe von Oberflächlichkeit und etwas originärem Witz (Lob!) alles Echte oder gar Ernsthafte zu vermeiden – fertig ist ein sich schlau vermarktendes, durch und durch inkohärentes, unlogisches und psychologisch unstimmiges Machwerk, dessen Erfolg mir vor allem die Verführbarkeit des Publikums vor Augen führt.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu J.K. Rowlings „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Das Buch wurde bis heute weltweit 107 Millionen mal verkauft und zählt zu den meistverkauften Büchern überhaupt. Die erste Auflage bestand aus 500 Exemplaren, die inzwischen für Preise von bis zu 10.000 Euro gehandelt werden.

Die negativen Rezensionen zu dem ersten Harry Potter sind allgemein sehr lesenswert. Da geht es bis hin zum Untergang des Abendlandes

Facepalmbuch, das jeder Zehntklässler

besser schreiben könnte (Pisa lässt grüßen)

Dieses Buch wirkt dermaßen flach,konstruiert und vorhersehbar,daß es fast schon wehtut.Beinahe nach jeder zweiten Seite möchte man sich mit der flachen Hand vor die Stirn schlagen,so hanebüchen wirkt die ganze Geschichte.Der Stil des Buches ist grausam schlecht,jeder Zehntklässler könnte besser schreiben. So stellt sich der typische amerikanische Vorstadtbewohner,der die Welt nur aus dem Fernsehen kennt,eine Verschwörungstheorie vor.Für jeden,der auch nur den winzigsten Anspruch an die Bücher stellt,die er liest,ist dieses Machwerk eine Beleidigung.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Dan Browns „Illuminati“. Sein Buch „Der Da Vinci Code“ wurde in 35 Sprachen übersetzt. Er gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern überhaupt.

Die Gurke und das Sieben Punkte System

Ich möchte originell sein, bin es aber nicht! Der Roman um einen 15jährigen mit der Affinität zu Serienkillern liest sich so, als ob ihn ein 15jähriger geschrieben hätte. Diese hochgelobte Gurke taugt weder als Krimi noch als Fantasy und ist ungefähr so spannend wie die Todesanzeigen in der Tageszeitung. Da nützt auch die bemühte (unpraktische) Buchgestaltung nichts. Dagegen ist jeder Roman von Richard Laymon hochkarätige Literatur.

Eine Ein-Sterne-Rezension zu Dan Wells „Ich bin kein Serienkiller“. Dan Wells ist unter Autoren im Internet als Erfinder des 7-Punkte-Systems bekannt. Zusammen mit Brandon Sanderson und zwei weiteren Autor*Innen betreibt er den erfolgreichen Autoren Podcast „Writing Excuses“.

Im Reich der Superlative

Sicher bin ich anspruchsvoll, aber warum nicht gelegendlich mal einen Bestseller lesen von dem alle Welt spricht: Was für eine Enttäuschung ! Meine schlimmsten Befürchtungen sind bei weitem übertroffen worden. Schund erster Güte ! Dieses Buch mag aus den Niederungen der Literatur aus betrachtet ja recht beeindruckend sein, allein schon seines Umfangs wegen, aber inhaltlich und stilistisch bewegt es sich auf einem Niveau das kaum zu unterbieten ist.

Eine Ein-Sterne-Rezension für Ken Folletts „Die Säulen der Erde“. Ken Follett hat weltweit über 160 Millionen Bücher verkauft. Er gilt neben Grisham, Brown, Crichton und King als einer der international erfolgreichsten „Epen“-Autoren überhaupt.

Man kann nicht allen gefallen

Die Ein-Sterne-Rezension ist die Schwerlafette des gemeinen Internetnutzers. Fast allen ist gemein, dass sie einen abwertenden, ironischen oder bisweilen gehässigen Unterton haben. Da fällt wenig ins Gewicht, dass der „sehr anspruchsvolle“ Rezensent die Rechtschreibung und Grammatik nicht so genau nimmt oder Superlative der Standard einer Rezension sind.

In meinen Augen ist eine 1-Sterne-Rezension in den meisten Fällen keine Kritik am Werk, sondern ein Statement des Rezensenten. Ein Statement gegen den Mainstream, ein Statement dafür, anders, klüger, besser zu sein. Fast alle Rezensionen lassen Details vermissen und ziehen es vor, die „Langeweile“ Keule zu ziehen.

Natürlich habe ich mich auch schon bei Filmen oder Büchern gelangweilt. Aber um einem Buch einen Stern zu geben, muss es wirklich einiges falsch machen. So frage ich mich manchmal, was war eigentlich schlecht? Das Buch? Oder nur die Laune des Rezensenten.

Und nun?

Ein-Sterne-Rezensionen gehören dazu. Wir werden sie nicht verhindern können. Sie können aus vielen Gründen kommen, wie ich bereis in meinem Artikel über Kritik geschrieben habe. Nehmt sie euch nicht zu sehr zu Herzen. Die meisten der Rezensenten könnten es nicht besser, auch wenn einer sogar meint, jeder Zehntklässler könne besser schreiben als Dan Brown (warum schreibt der nicht selbst einen Bestseller?).

Alle die genannten Beispiele rangieren insgesamt in einer guten Vier-Sterne-Bewertung. Also bleib locker – es sei denn, Du hast NUR Ein-Sterne-Rezensionen. Dann darfst Du Dir Gedanken machen. Aber Schreiben ist ein Handwerk und vielleicht musst Du nur noch ein wenig lernen.

Bis dahin bleib entspannt. Es  vielleicht nur ein Stern. Aber einer, der Deinen Namen trägt.

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