Effizient arbeiten

Ein Notizbuch, das Klarheit schafft

„Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist zu tun, was du liebst“ – Steve Jobs


Hinweis: Ich beurteile hier die Version 1 von Klarheit, weil ich mit dieser arbeite. Es gibt eine neuere Version, über die ich nicht urteilen kann.


Viele Autoren sind wie ich. Sie schreiben nebenberuflich, haben ein Faible für Notizbücher und nehmen sich mehr vor, als sie schaffen.

Hinzu kommt, dass viele von uns Kreative sind. Wir lassen uns nicht gerne in Apps hinein pressen, ignorieren Regeln und halten alles, was wir nicht in Design und Optik individuell anpassen können, für kreativitätsschädigend.

Ich habe in einem älteren Artikel geschrieben, dass ich Ziele für eine wichtige Sache halte, für Kreative ebenso wie für alle anderen. Mir helfen Ziele.

Aber wie finde ich die richtigen Ziele? Und wie schaffe ich es, mich auch daran zu halten?

Ich habe wirklich, wirklich lange rumprobiert. Ich habe Todoist getestet, Trello, Kalender, Kanban-Flow, einen Chronoplan und und und. Alles hatte seine Vorteile, aber erfüllte mich nicht zu 100%.

Im Todoist konnte ich toll meine Aufgaben sortieren, priorisieren, automatisieren. Aber ich konnte nicht kritzeln und ich hatte keinen Überblick über meine Ziele. Also hatte ich ein eigenes Zielbuch. Und eine Aufgabe in Todoist die hieß „Zielbuch pflegen“. Ich habe das dauernd weggeklickt oder verschoben und war irgendwann in der „Aufgaben“-Falle. Habe abgearbeitet, was anfiel und die wichtigen Aufgaben vor mir hergeschoben.

Ich brauche meine Ziele vor Augen. Jeden Tag. Ich muss mich jede Woche damit beschäftigen, sonst verlieren sie ihren Zug für mich, werden mir egaler. Es ist mir wichtig, Entwicklungen erkennbar zu machen und nicht, dass meine Aufgaben nach einem Klick im digitalen Nirvana verschwinden. Ich will kritzeln.

Also ging ich auf die Suche nach Notizbüchern. Ich liebe Notizbücher und habe mehr, als ich brauche. Ich bin schon so weit, dass ich mir Beschäftigungen suche, nur damit ich sie in meine Notizbücher schreiben kann. Ziemlich dämlich – es war eins meiner Ziele, dass sein zu lassen.

Auf dieser Suche stieß ich auf ein Tool, dass meine neue Liebe werden sollte. Ein Notizbuch. Der Name: „Klarheit“.

Seit etwa sechs Monaten ist Klarheit mein täglicher Begleiter. Wir mussten uns ein wenig kennen lernen. Zu Anfang habe ich es nur mit Bleistift beschrieben, später traute ich mich dann, hemmungslos zu kritzeln. Ich musste gucken, was sinnvoll ist und was nicht, aber jetzt haben Klarheit und ich ein System gefunden, das mich auf Kurs hält.

Was ist Klarheit?

Klarheit ist ein Notizbuch im DIN A5 Format. Es hat eine Kalenderfunktion, leere Seiten für Notizen, einen Coachingteil. Es hat Monatsreviews, Monatspläne und einen Halbjahres-Check, der mir hilft, meine Ziele im Auge zu behalten. Ich nutze es für Termine, vor allem für meine Ziele und täglichen Aufgaben.

Wieso nutze ich es?

Ehrlich gesagt, bin ich seit jeher auf der Suche nach einer Möglichkeit, so wenig Tools wie möglich zu nutzen. Ich liebe Notizbücher, allerlei Apps und Spielereien, aber im täglichen Gebrauch ist folgendes für mich wichtig:

Kann ich alles was irgendwie relevant ist dort wiederfinden? Dazu gehören: Meine Ziele, meine Termine, meine täglichen Aufgaben.

Kann ich es transportieren, damit ich es greifbar habe?

Fühlt es sich für mich als „kreative Person“ gut an? Hier komme ich immer wieder an Grenzen – entweder sind mir die Dinge „zu“ ordentlich, oder so durcheinander, dass ich nichts mehr wiederfinde. Kreative ändern aber gerne mal ihre Art Dinge zu notieren. Ich habe mein ToDoist alle drei Monate komplett umsortiert, weil ich einen neuen Flitz im Kopf hatte – das muss ein Tool irgendwie verkraften können.

Unter diesem Gesichtspunkt habe ich eine Reihe Dinge ausprobiert, die alle auf Ihre Art toll waren, aber zu meinem dauerhaften Begleiter seit über einem Jahr wurde Klarheit.

Was kann Klarheit, was andere nicht können?

Erstmal: Es sieht einfach toll aus. Wer wie ich Notizbuchliebhaber ist wird Haptik und Design lieben. Nach Bestellung kam das Buch mit einer tollen persönlichen Widmung und ein paar schönen Postkarten, das freut das Auge und den Augenschelm.

Der erste Eindruck ist also gut. Schlägt man das Buch auf, wird man zunächst mit dem bekannten, aber ebenso guten Spruch

Alles, was Du sein kannst, ist bereits in dir.

begrüßt. Sehr schön, ein wenig Motivation. Auf den nächsten Seiten erklärt Klarheit, wie das Prinzip funktioniert, ehe der Coachingteil kommt.

Der „nötigt“ einen dann, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Fragen wie „Welche Qualitäten sind mir bei guten Freunden wichtig?“ irritieren erstmal, aber es machte mir Spaß, über diese Dinge nachzudenken.

Der Coachingteil ist intuitiv, aber ich brauchte einige Zeit, bis ich alles so hatte, dass es mir half. Das Buch gibt nur einen leichten Schubs, vieles muss noch auf die eigene Person geeicht werden. Das gefällt mir sehr gut.

Ist der Coachingteil geschafft, geht es über zum Kalender. Dessen Funktion wird erstmal auf einer Doppelseite erklärt. Ich nutze die Felder nicht so wie beschrieben, sondern habe mein eigenes System entwickelt. Genug Freiraum fürs kreativ sein und drinrum kritzeln.

Hier habe ich alles im Blick: Termine, Ziele. Meine wöchentlichen Aufgaben notiere ich unter Notizen, so Dinge wie „Steuererklärung machen“, „Buch zurück bringen“ oder „Flur wischen“, die mich keinem Ziel näher bringen, aber nunmal gemacht werden müssen.

Oben kann man einen Fokus wählen. Hier bin ich, anders als im Beispiel vorgeschlagen, dazu übergegangen eines meiner Ziele zu fokussieren.

Unten am Rand stehen jede Woche neue Zitate, die inspirieren und zum nachdenken anregen.

Sehr gut finde ich den Punkt „Gutes, das passiert ist“, der einen dazu bringt die positiven Seiten der Woche zu sehen. Manchmal gar nicht so leicht, aber diese Positivität zieht sich durch das ganze Buch.

Jeden Monat gibt es einen Check, einen Rückblick auf den letzten und einen Plan für den nächsten Monat. Man beschäftigt sich immer wieder mit den eigenen Zielen, erschrickt darüber was man so ignoriert und freut sich, über den Fortschritt, den man sonst vielleicht ignoriert hätte. Sehr schöne Sache.

Auf den letzten 20 Seiten kann man dann tun und lassen, was man will. Ich habe hier ein paar Seiten in Bulletjournal-Manier mit meinem SuB, meinem Wunschzettel und meiner großen Aufgabenübersicht gefüllt. Perfekt. Ich habe endlich alles an einem Ort.

Was kann es nicht?

Klarheit hat die Schwächen jedes Papiersystems. Es ist nicht online, ich kann es nur schlecht aus der Hosentasche ziehen für kurze Einfälle und Notizen. Da nutze ich mein Handy und Google-Notizen.

Es kann nicht so gut Wiedervorlagen und ich kann keine Blätter zufügen oder herauslösen. Aber: Es sind keine Monate/Jahre eingedruckt, ich kann also mitten im Jahr einsteigen und sogar Wochen/Monate auslassen, wenn ich will.

Als A5 Format ist das Buch nix für die Hosentasche, aber in meinen Rucksack passt es bequem hinein.

Wo bekomme ich es?

Klarheit kannst du über die Seite des Anbieters beziehen. Die Jungs und Mädels sind sogar so von ihrem Produkt überzeugt, dass Du eine komplette (!) Version des Buches als PDF bekommst, damit du dir das in Ruhe ansehen kannst. Absolut einmaliger Service, der einen angenehmen Kontrast zum „erst zahlen, dann gucken“ bietet.

Bei Amazon könnt ihr Klarheit ebenfalls erwerben. 4 1/2 Sterne bei 50 Bewertungen sprechen eine klare Sprache.

Was kostet es?

Klarheit kostet an allen Stellen das Gleiche, 34,90€. Das finde ich nicht zu teuer, das Produkt ist seinen Preis wert.

Fazit

Ein Buch, das mir hilf mich zu organisieren, meine Ziele im Blick zu behalten, gut aussieht und erschwinglich ist. Herz, was willst Du mehr?

Ich freue mich darauf, die neue Version zu testen und bin überzeugter Nutzer. Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, seid ihr herzlich eingeladen die Kommentare zu nutzen.

Bis bald,

Euer Bruno

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EDIT 28.03.2018: Ich nutze Klarheit inzwischen nicht mehr und bin wieder zu meinem X17 A6 Format gewechselt. Das ändert aber nichts an meiner Empfehlung, des inzwischen mehrfach überarbeiteten Notizbuchs.

Warum Du träumen sollst und Ziele beim Schreiben helfen

 

Geben Sie Ihrer Romanfigur ein Ziel, das sie unbedingt erreichen will. Stellen Sie die Figur vor Hindernisse, die sie überwinden muss, um das Ziel zu erreichen. In jedem Fall braucht sie ein Ziel.


Diesen Tipp kennt jeder von uns. Unsere Helden brauchen ein Ziel, eine Motivation um etwas zu tun. Ohne das irrt der Held durch die Welt, reagiert lediglich auf die von uns auferlegten Prüfungen, um sich letzlich zu einem Ergebnis durchzuringen, das keine klare Entwicklung erkennbar macht.

Also hauen wir uns Nächte um die Ohren, feilen an Zielen, erforschen Motive und skizzieren haarscharf den Weg, den der Held zu gehen vermag, freilich um ihn mit allerlei Hindernissen zu konfrontieren, je größer, desto besser.

Das können wir gut.

Aber gilt das, was wir unseren Helden angedeihen lassen nicht auch für uns? Was ist mit unseren Zielen? Irren wir auch durch die Welt und reagieren auf Ereignisse ohne zu wissen, wo sie uns hinführen? Haben wir am Ende eine Entwicklung durchgemacht? Bemerken wir das überhaupt? Geben wir uns annähernd die gleiche Mühe für unsere eigenen Leben, wie wir sie in unsere Helden investieren?

Es irrt der Mensch solang er strebt, sagt Goethe. Was macht ein Mensch der nicht strebt?

Womöglich irrt er auch, nur ziellos.

Nach einer ganzen Reihe Augenschelm fragt: Interviews, vielen gelesenen Ratgebern und durchstöberten Autorenhomepages fällt mir auf, dass erfolgreiche Autoren (u.a. Heitz, Eschbach) Zeitmanagement als Erfolgsfaktor nennen.

Aha? Was hat das mit Schreiben zu tun? Oder gar mit Zielen, wie die Überschrift es vermuten lässt?

Nun, Ziele – Motivationen – sind der Anfang von allem.

Andreas Eschbach antwortete einem Autor, der einen Tritt in den Arsch von ihm wollte, damit er sich endlich an sein Buch setzt, wiefolgt:

„Tut mir leid, den werden Sie von mir nicht kriegen. Sie können sich nicht aufraffen, ein Buch zu schreiben? Na, dann lassen Sie es doch! Das Letzte, wirklich das Allerletzte, was die Welt braucht, ist noch ein Buch. Es gibt genug davon. Mir fällt kein vernünftiger Grund ein, warum man jemanden dazu antreiben sollte, noch eines zu schreiben, dem der Drang dazu nicht von selber innewohnt.“

Harte Worte? Wahre Worte! Wieso solltest Du ein Ziel verfolgen, dass Dich offensichtlich nicht interessiert. Ich hatte in meinem Beruf viel mit Träumen, Zielen und Visionen von Menschen zu tun. Sein es finanzielle Ziele und Wünsche – ein Haus, ein Auto – und die überraschende Erkenntnis, dass man dafür im Vorfeld etwas tun kann, oder die Ziele von Menschen, die Firmen aufbauen wollten. Die Visionen hatten und diese verwirklichen wollten.

Diese Träume stehen am Anfang. Weit vor einem klaren Ziel oder dem tatsächlichen tun. Es ist dieses leise Hämmern, dieses „ich will das irgendwann mal“. Wir haben das alle. Jeder Autor, der meinen Blog verfolgt hat das.

Es sind die Dinge, die wir am Ende bereuen, wenn wir sie nicht getan haben.time-273857_1920

Ganz am Anfang steht die Erkenntnis herauszufinden, ob das wirklich Deine Wünsche sind, Deine Träume. Das klingt beinahe banal, aber Andreas Eschbach hat recht; wenn Du Dich nicht zum Schreiben aufraffen kannst, wieso willst Du es dann? Willst DU es überhaupt? Oder hast Du das irgendwann mal beschlossen und dann nie wieder hinterfragt? Rennst Du diesem Traum hinterher wie ein Esel der Karotte, weil das irgendwie mal cool war oder weil Du mit vierzehn gute Aufsätze in der Schule geschrieben hast?

Menschen, Zeiten und Träume verändern sich

Es ist essenziell, die eigenen Träume regelmäßig zu hinterfragen. Kaum zu glauben aber wahr: Unsere Wünsche ändern sich. Heute, wo ich Papa einer kleinen Tochter bin, verheiratet und mit einem tollen Job, habe ich andere Träume als mit Anfang zwanzig. Sollte ich dann immernoch alten Wünschen nachhängen, weil ich das nie wieder hinterfragt habe?

Sicher nicht. Hier beginnt es. Mit Dir selbst. Nimm Dir einen abend Zeit, höre ganz tief in Dich und frage Dich Sätze wie:

  • Was würde ich tun, wenn mir Geld und Anerkennung egal wären?
  • Was möchte ich über mein Leben sagen, wenn ich irgendwann sterbe?
  • In welchen Moment vergesse ich die Zeit, wann bin ich ganz bei mir?
  • Was sind besondere Fähigkeiten von mir?

Viele Menschen die ich kenne, wagen sich an diese Fragen nicht heran, aus Angst vor den Antworten die sie erhalten. Dass sie möglicherweise über Jahre dem falschen Weg nachgegangen sind. Nun, es ist nie zu spät die Richtung zu ändern. Man muss nicht immer jung und dynamisch sein – man kann auch geduldig und erfahren sein.

Da dies ein Blog über das Schreiben ist, komme ich nun zu dem Punkt, an dem aus Wünschen die ersten zarten Knospen werden. Autoren wollen Autoren sein. Sie wollen schreiben und vielleicht vom Schreiben leben. Wenn Du die Frage 1 oben mit „Schreiben“ beantwortest, bedeutete das im wesentlichen, dass Du vom Schreiben leben möchtest. Sei so ehrlich, trau Dich das zu sagen.

Wenn ich genug Geld damit verdienen würde, würde ich Schreiben.

Okay, das fühlt sich jetzt komisch an. Ihr bemerkt sicher den Schweinehund, der gerade jetzt neben euch sitzt und sagt, wieso das nicht geht, dass ich das so nicht sagen kann und dass es den meisten sowieso nicht gelingt.

Stimmt. Für nichts im Leben gibt es eine Garantie. Aber man kann seine Träume in kleine Schritte verpacken. Wenn man erfolgreiche Menschen fragt, ist genau das eine Ihrer Strategien. Kleine Schritte, diese gehen, mit Rückschlägen umgehen. Wie die Helden in unseren Büchern.

Kleine Schritte sind auch welche

Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben, wie ich ans Schreiben gegangen bin und wie ein heutiger, kleiner Schritt von mir aussieht.

Zu Beginn war das Wichtigste, Zeitfenster zu finden. Ich wollte schreiben, aber ich wusste nicht wann. Also habe ich mit etwas angefangen, was zunächst gar nichts mit Schreiben zu tun hat. Ich habe meinen Wecker gestellt. Auf fünf Uhr, statt auf sieben Uhr.

Die ersten Tage habe ich nur Kaffee trinkend aus dem Fenster gestarrt und mich gefragt, was ich da eigentlich tue. Dann habe ich irgendwann angefangen zu schreiben.

Nachdem ich umgezogen bin, ging das nicht mehr, weil ich nun 90 Minuten zu Arbeit pendel. Also habe ich mir angewöhnt, in der S-Bahn zu schreiben. Am Anfang habe ich nur gelesen, weil mir der Gedanke unangenehm war, dass mir jemand über die Schulter blicken könnte beim schreiben – das mögen Autoren schließlich gar nicht.

Heute ist es ein Reflex. Ich sitze in der Bahn, ich krame meinen PC raus. Wie bei Pawlows Hund.

Mein Schreibziel diese Woche (ich bin gerade in Elternzeit) war: Mindestens 5 Stunden Schreibzeit finden. Habe ich geschafft. Ich habe nicht definiert, was ich in dieser Zeit schaffen will, denn mit einem kleinen Kind ist es schwer genug, überhaupt die Zeit zu finden. Aber immerhin habe ich in dieser Zeit an einem Schreibwettbewerb teilgenommen und bin sogar unter die besten 5 Teilnehmer gekommen.

So können kleine Schritte aussehen.

Schreiben ist oft nicht

die Haupteinnahmequelle

Wieso ist das Wichtig? Gerade für Autoren?

Die meisten von uns verdienen ihren Lebensunterhalt nicht mit Schreiben. Das bedeutet, wir haben einen Berg von Aufgaben, die wir jeden Tag zu bewältigen haben. Wir haben Kinder, einen Job, Haushalt, Freunde, Eltern und Verwandte, ein Auto das zur Werkstatt muss, einen Frisörtermin, müssen Einkaufen, die Steuererklärung abgeben, wischen,Wäschen waschen, saugen, Sport machen, kochen, den Flur putzen etc.

Kurz gesagt, wir haben jeden einzelnen Tag unendlich viel um die Ohren. Wir kommen mit einem normalen Tag nicht hin und abends sind wir so platt, dass wir nichts mehr können, außer vor dem Fernseher zu hängen (übrigens ein guter Grund, Morgens zu schreiben ;-)).pyramide

Der Punkt ist, dass die Alltagsaufgaben von ganz alleine auf uns zukommen. Wir müssen uns nicht anstrengend, wir müssen keinerlei Energie aufwenden. Wäsche wird (fast) von alleine dreckig, das Auto geht einfach so kaputt. Die Arbeit im Büro habe ich jeden Tag, ebenso wie die Wohnung nahezu von Geisterhand zustaubt. Zuletzt kommt es sogar vor, dass man Freunde hat, die sich bei einem melden (wenn man selbst die Freundschaften pflegt), von der eigenen Familie möchte ich gar nicht sprechen. Weihnachten, Geburtstage, Ostern. Das kommt jedes Jahr von ganz alleine.

Es interessiert niemanden, ob Du schreibst

Was heißt das? Niemand, wirklich niemand, interessiert sich dafür, ob Du Dich hinsetzt und schreibst. Die meisten Leute wollen, dass Du für sie da bist, ihnen zuhörst, ihre Aufgaben erledigst oder einfach nicht störst. Weil es ihnen nicht anders geht als Dir. Auch sie haben einen riesen Batzen Arbeit, den sie vor sich herschieben. Es liegt also in Deiner Verantwortung, in Deiner Hand. Der Welt ist es egal, ob noch ein Buch entsteht. Selbst Deinen Freunden wird es oftmals egal sein, sofern sie nicht auch Autoren sind oder es eben gut finden, was du tust.

In der Uni gibt es Abgabetermine. Es gibt Freunde, die sauer sind, wenn Du Dich nicht meldest. Chefs, die wollen, dass Aufgaben erledigt werden. Wenn Du fremdbestimmt bist, kommen die Aufgaben wie von selbst und ebenso die Dringlichkeit sie zu erledigen.

Als Autor hast Du eventuell eine Deadline, wenn Du einen Verlag hast. Aber als Selfpublisher? Wer tritt Dir in den Hintern? Wer kommt und sagt: Du wolltest doch fertig sein? Wer legt Dir den Auftrag auf den Tisch, doch bitte das Buch zu Ende zu schreiben?

Du musst Energie aufwenden, wenn Du an die Spitze der Pyramide möchtest.

Die Spitze der Pyramide

Alle Antworten, die Du Dir auf die obigen Fragen gibst, stehen an ganz oben in der Pyramide. Egal ob Du Sänger, Rennfahrer, erfolgreicher Bio-Landwirt oder Autor werden willst. Das passiert nur, wenn Du herausfindest, welche der vielen, vielen Aufgaben die Du jeden Tag zu bewältigen hast, Dich Deinem Ziel näher bringen und diese verfolgst. Stur, konsequent, in kleinen Schritten. Meinetwegen nur zehn Minuten am Tag, aber dafür hartnäckig.

Das ist der allererste Schritt. Vom Wunsch, zum Ziel, zur Aufgabe. Wenn Du diese Aufgaben identifiziert hast, musst Du noch herausfinden, wie Du es schaffst, sie im Auge zu behalten, sie zu fokussieren. Prioritäten zu setzen, denn Du merkst schon, es ist nicht förderlich NUR das eine oder NUR das andere zu machen. Wenn Du jeden Tag schreibst, dafür alles andere liegen bleibt ist das schlecht für Deine sozialen Kontakte, für Dein Wohlbefinden, Deine Familie und vieles andere.

Die gute Nachricht: Es geht. Die schlechte: Es geht nur mit Deinem Einsatz und Willen. Aber wenn Du hier konsequent bist, wirst Du Erfolge sehen. Sei es, weil Du es überhaupt schaffst, zu schreiben oder weil Du irgendwann tatsächlich ein Buch veröffentlichst.

Dabei gibt es kein Wundermittel,  das Dir wie magisch alles aus der Hand nimmt. Du selbst bist der erste Stein, der die Lawine ins Rollen bringen muss.

Wichtig ist herauszufinden, was für Dich funktioniert. Keine App der Welt, kein Ratgeber wird das für Dich lösen können. Sie können alle nur Tipps, Richtungen geben.

Und nun ran ans Schreiben – oder was auch immer Deine Träume sind 🙂


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Ich habe die Kommentare auf Grund der neuen Datenschutzrichtlinie entfernt. Dennoch interessiert mich, was Du denkst. Schreibe mit mir auf den sozialen Medien oder hinterlasse mir einen anonymen Tell. Bitte ergänze den Titel des Beitrags um den es geht. Wenn du #VÖ in den Tell schreibst, veröffentliche ich den Kommentar.

Wer schreibt, der bleibt


„Sie gehören wohl auch zu den Menschen, die Organisation für ein Verbrechen halten.“

„Richtig. Man hört schließlich überall von organisiertem Verbrechen. Das Wort Verbrecherorganisation kommt ja nicht von ungefähr. Damit will ich nichts zu tun haben.“

„Ich dachte auch eher an die Organisation ihres Arbeitsplatzes.“

„Mein Arbeitsplatz hat eine eigene Organisation?“

„So wie ich das sehe nicht, nein.“

„So ein Glück, für einen Moment haben Sie mich ganz schön erschreckt.“


Am ersten Arbeitstag stand ich mit einem Lächeln im Büro. Endlich der langersehnte neue Job. Firmenkunden, wow. Man steckte mich zu Kollegen A, zu Kollegen B, zu Kollegen C.

A gab mir eine Aufgabe. B gab mir zwei, C gab mir fünf. Am nächsten Tag hatte ich gerade einmal eine davon erledigt, weil ich die Hälfte nicht verstand, die ganzen Infos direkt wieder aus meinem Hirn herauspurzelten und drei neue Aufgaben dazu kamen.

Ich notierte alles auf einem Post-It, klebte ihn irgendwohin und vergaß, wo das war. Manchmal verstand ich meine eigene Notiz nicht. Andere Kollegen erfuhre, dass ein neuer Trainee da war und schoben mir allerlei Kram auf den Tisch, der den Stapel wachsen und wachsen ließ. Ich fing immer an das abzuarbeiten, was mir als letztes auf den Tisch gelegt wurde.

Es dauerte nicht lange, bis mir klar wurde, dass ich etwas ändern musste. Ich bin von Natur aus vergesslich, ein wenig unordentlich und schlecht organisiert. So gesehen bin ich der Prototyp eines Kreativen. Ich gehe von Raum A nach Raum B um etwas zu holen, während meine Gedanken sonstwohin wandern. Dann stehe ich in Raum B und habe vergessen, was ich dort wollte.time-273857_1920

Bei der Arbeit ist das hinderlich. Beim Schreiben ist das hinderlich. Es ist sogar zu Hause beim Ordnung halten hinderlich. Ich setze hierbei relativ viel auf Gewohnheiten, aber es gibt noch eine Reihe anderer Möglichkeiten.

Von Autoren höre ich immer wieder, dass Selbstorganisation unnötig und eher hinderlich für die Kreativität sei.

Ich hätte bis heute wahrscheinlich noch kein einziges Wort zu Papier gebracht, wenn ich mich nicht mit diesem Thema und dem damit verbundenen Blick auf sich selbst beschäftigt hätte.

Wieso ich der Meinung bin, dass wir als Selfpublisher und Autoren uns irgendwie organisieren müssen? Nun, die meisten von uns können vom Schreiben nicht leben, dass bedeutet, wir haben noch einen anderen Beruf. Wir haben noch eine Familie und Freunde. Wir haben vielleicht (wenn auch sehr selten) andere Hobbies. Ich habe mich mal zehn Minuten hingesetzt und ein Schaubild erstellt. Hier geht es nur um das Schreiben und die Übersicht ist nicht vollständig.

Autorenleben - Whiteboard

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da kommt schon einiges zusammen, wenn man sich das einmal vor Augen führt.

Die Basis überhaupt um Dinge geregelt zu bekommen, ist sie nicht zu vergessen. Das klingt banal, aber wie ich schon gesagt habe, wird das schwieriger mit der Zahl der Aufgaben. Viele von uns, mein früheres Ich inklusive, sind der Meinung, dass man sich Dinge irgendwie merken kann, oder um es mit Oma zu sagen: „Wenn ich es mir nicht merken kann, war es nicht wichtig.“

In der Realität führt das oft dazu, dass man immer nur das macht, was einem zuletzt in den Sinn kommt oder was uns jemand zuletzt zugerufen hat.

Jetzt kommen bei uns neben den klassischen Aufgaben aber noch Ideen für Bücher hinzu. Einfälle für Plotwendungen, Charaktere oder Worldbuilding. Das alleine nicht zu vergessen, ist schon eine Herausforderung. Was passiert da nur mit den anderen Aufgaben?

Manchmal muss man Tabula Rasa machen. Einen Moment inne halten und den Kopf leeren. Erstmal sammeln, was überhaupt da ist und das aufschreiben.

Ich mache das mit der gleichen Technik, wie ich das Schaubild oben erstellt habe, einer Aufgaben Mind-Map. Daraus ergeben sich automatisch die Schritte, die man als nächsten machen muss. Ich empfehle, möglichst kleine Schritte zu wählen. Wenn ich oben zum Beispiel „Recherchieren“ geschrieben habe, ist das natürlich Nebel in Tüten und hilft nicht. Da müsste noch konkreter folgen für was recherchiert werden soll und wonach gesucht werden soll. Dann, sollte Dr. Google nicht genügen, ruhig schon Namen und Telefonnummer notieren und „anrufen“ dazu schreiben – dann haben wir eine richtige Aufgabe 😉

Ich persönlich stehe auf Listen und schreibe das ganze hinterher in eine solche, aber viele von uns sind eben keine Listentypen – da kann man direkt von der Mindmap arbeiten oder sich etwas anderes überlegen – den Zauberhut zum Beispiel. Was das ist, verrate ich ein anderes mal. Es gibt schöne Mittel – tolle Notizbücher, Arbeitsbücher und bunte Onlinetools, die auch für den Kreativen geeignet sind.

Vielen von uns werden Notizbücher liegen; Autoren lieben Notizbücher und sind glücklich, wenn sie mit irgendwas vollschreiben können. Burkhard Heidenberger von Zeitblueten.de empfiehlt ein Superbuch. Ich arbeite ebenfalls mit einem Notizbuch, habe aber für meinen Bürojob und das Schreiben noch jeweils projektbasierte Listen, die mir helfen den Überblick zu behalten. Beim Schreiben nutze ich neben einem Notizbuch auch ein Onlinetool, weil ich viel im Zug arbeite und meine Ideen so vernetzt bleiben.

Die Liste der Tools die ich probiert habe ist lang und ich werde in der nächsten Zeit auf die einzelnen Dinge eingehen und sie in der „Tooltime“ ablegen. Ich habe zig Kurse besucht und eine ganze Reihe Bücher gelesen. Ich werde auch ein wenig über mein Zeitmanagement schreiben – das ist was für alle, die wie ich Chaoten sind und denen das Organisieren und Aufgaben abarbeiten nicht in die Wiege gelegt wurde.

Wie geht ihr mit den Dingen des Lebens um? Seid ihr Naturtalente? Vergesst ihr nie etwas, oder geht bei euch auch immer alles unter, bis jemand in der Tür steht und euch nett daran erinnert?

Hinterlasst mir einen anonymen Tell zu dem Thema (bitte Beitragstitel ergänzen)