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Augenschelm fragt: Sebastian Fitzek

Liebe Leser,

nach nun fast einem Jahr geht meine erste Staffel von „augenschelm fragt“ zu Ende. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit so vielen Autoren zu sprechen, so viel über Ihre Gewohnheiten zu erfahren und zu sehen, wie sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen.

Die Interviews waren lehrreich, unterhaltsam und vielschichtig.

Die Idee dieser Serie war es, Neueinsteigern und auch erfahrenen Autoren zu zeigen, dass es „DEN WEG“ für Autoren nicht gibt, dass jeder seine eigenen Pfade austritt um ans Ziel zu gelangen. Als ich diesen Fragebogen entwickelte, hatte ich keine Ahnung, wen ich alles interviewen würde und es hat eine Weile gedauert, bis ich mir ein Herz gefasst habe und auch erfahrene Autoren anschrieb.

Da die meisten Leute aus der schreibenden Zunft wenig Zeit haben, war die Rücklaufquote insgesamt gering. Umso dankbarer bin ich allen, die sich die Zeit genommen haben, mir und euch diese Fragen zu beantworten.

Aus diesem Grund bin ich auch auf mein letztes Interview überaus stolz. Ich bin großer Fan von Sebastian Fitzek und kann an dieser Stelle nur sagen, was für ein angenehmer und netter Zeitgenosse er ist. Es hat mich viel Überwindung gekostet, ihn anzuschreiben und immer wieder zu erinnern (es hat insgesamt über 6 Monate gedauert, bis wir dieses Interview zusammen hatten), aber Sebastian hat wirklich ein Herz für seine Fans und junge Autoren und sollte er irgendwann von mir genervt gewesen sein, so hat er es mich nicht merken lassen 🙂

Ich darf euch heute also ein Interview mit dem aktuellen Krimipreisträger, Bestseller- und möglicherweise aktuell erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren anbieten, der über 8 Millionen Bücher in 24 Sprachen verkauft hat.

Viel Spaß beim Lesen!

www.sebastianfitzek.de

Interview

Teil 1: Über Dich

1. Zu Deiner Person: Kannst du vom Schreiben leben? Falls nicht, was
machst Du, außer zu schreiben?

Ich genieße das Privileg, vom Schreiben leben zu können.

2. Wie bist Du dazu gekommen zu schreiben und seit wann schreibst du?

Ich habe Anfang 2000 angefangen und bin seitdem nicht mehr vom Schreiben losgekommen.

3. Seit wann schreibst du mit dem festen Vorsatz, zu veröffentlichten?

Das war von der ersten Zeile an. Ich wollte wissen, ob es mir gelingt, etwas zu Papier zu bringen, das nicht nur mir alleine gefällt.

4. Wie hat Dein Umfeld darauf reagiert?

Zunächst gar nicht, denn ich habe es niemandem erzählt, außer meinen Eltern. Die haben mich allerdings sehr unterstützt.

5. In welchem Genre schreibst Du und was begeistert Dich an diesem Genre?

Ich schreibe Psychothriller. Die menschliche Seele ist für mich wie die Tiefsee, ein Ort, von dem jeder ein Bild vor seinem Auge hat, aber die Wenigsten haben ihn erforscht und niemand kennt all seine Geheimnisse.

Teil 2: Publikation und Marketing

6. Ist Verlagspublikation oder Self-Publishing dein Weg?

Verlag.

7. Wieso hast du dich für diesen Weg entschieden?

Vor elf Jahren war das damals der logische, erste Weg und ich war froh, dass ein Verlag mir eine Chance gab.

8. Wie lange musstest Du warten, bis ein Verlag ein Manuskript von Dir genommen hat?

Drei Jahre.

9. Was sind Deine besten Tipps, um auf einen Roman aufmerksam zu machen?

Alles steht und fällt mit der Geschichte. Natürlich gibt es viele Marketing- und PR-Maßnahmen. Doch als Anfänger bekommt man vom Verlag in der Regel kein Budget dafür. Mein Erstling wurde in einer Auflage von 4000 Stück gedruckt, es gab keine Werbung, keine Interviews bei der Veröffentlichung, keine Lesungen. Hätte sich der Inhalt des Buches nicht herumgesprochen, wäre es im Meer der Veröffentlichungen untergegangen. Natürlich gehört dazu auch sehr viel Glück, aber nichts schlägt jemals die Kraft der Mundpropaganda. Man muss also etwas verfassen, das andere gerne weiterempfehlen. Dazu muss man zunächst ein Buch schreiben, das man selbst gerne lesen will. Ich rate also dazu, nicht beim Schreiben einen „Markt“ im Kopf zu haben, sondern nur die Geschichte, die man unbedingt erzählen will.

10. Wie findest Du Deine Zielgruppe?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Siehe Frage 9.

Teil 3: Gewohnheiten

11. Wie sieht sein gewöhnlicher Schreibtag von morgens bis abends aus?

Ich setze mich um 09.00 Uhr an den Schreibtisch und schreibe so lange es geht.

12. Auf welche Art entwickelst Du eine Idee zu einer Geschichte?

Ich versuche eine lose Idee mit einem etwa 10-seitigen Exposé für mich selbst greifbar zu machen. Dann fange ich an zu schreiben und warte darauf, dass sich die Figuren und die Geschichte verselbständigen.

13. 3-Akte, 5-Akte, 8 Sequenzen. Wie strukturierst Du Deine Geschichte?

Ich tendiere zu einer dreiaktigen Struktur, mache mir über Erzähltheorie aber eher selten Gedanken. Das geschieht meist intuitiv.

14. Wie viele Stunden arbeitest Du pro Woche an Deinem Buch?

Das lässt sich so nicht sagen. Ist eine Lesetour auch Arbeit am Buch? Oder zählt nur das reine Schreiben? Fakt ist: Ich arbeite täglich an einem Buch, auch an Weihnachten, zu meinem Geburtstag, etc. Ohne Ausnahme.

15. Wie oft überarbeitest Du im Schnitt?

Drei Mal.

16. Wie gehst Du bei der Überarbeitung vor? Hast Du ein bestimmtes System?

Ich lese mir die Entwürfe laut vor und versuche die Anmerkungen meiner Lektorinnen so gut es geht zu berücksichtigen.

17. Wie motivierst Du Dich zum Schreiben?

Mit einem guten Buch oder einem Film, der mich inspiriert.

18. An wie vielen Projekten arbeitest du gleichzeitig?

Immer nur an einem Buch.

19. Was sind, aus Deiner Sicht, Deine 3 wertvollsten Gewohnheiten im
Bezug auf das Schreiben?

1. Kontinuität. Viele Menschen denken, ein Buch wird umso besser, je mehr man sich damit Zeit lässt. Sorgfalt ist natürlich eine Grundvoraussetzung, aber gerade bei einem Thriller ist es wichtig, dass man das Timing und sein Figurenpersonal fest im Griff hat. Wenn man nur alle zwei Monate einen Satz schreibt, dann zerfasert die Geschichte. Besser ist es drei Monate am Stück Tag durchzuarbeiten.

2. Pausen einplanen.
Es mag wie ein Widerspruch zu Punkt 1 klingen, aber Kreativität entsteht häufig durch Langeweile. Also mal ganz bewusst das Handy weglegen und irgendwo hinfahren wo nichts los ist. Der Geist beginnt sich erst zu beruhigen, dann zu arbeiten und man kommt auf völlig neue Ideen.

3. Scheuklappen aufsetzen
Wir haben uns diesen Beruf nicht gewählt, um Auftragsproduktionen zu leisten. Wir wollen Geschichten erzählen, jeder aus einem anderen Grund. Es gilt, diesen Grund herauszufinden und ihm treu zu bleiben, egal was andere von einem wollen.

20. Wie viel der Zeit die Du schreibst macht dir Spaß und wie viel ist eher harte Arbeit?

Da Spaß und harte Arbeit kein Widerspruch ist, hält sich das wohl die Waage.

21. Wie lange hast Du an Deinem ersten fertig geschriebenen Roman gearbeitet?

Brutto zwei Jahre, netto vielleicht 4 Monate.
Ich hatte ja noch einen Brotberuf und konnte nur in meiner Freizeit und im Urlaub arbeiten.

Teil 4: Inspirationen

22. Welches Buch über das Schreiben kannst du unbedingt weiterempfehlen?

Die Odyssee des Drehbuchschreibers von Christoper Vogler.

23. Was war der beste Ratschlag, den du im Bezug auf das Schreiben
erhalten hast?

Nie zu glauben, der erste Entwurf wäre bereits perfekt.

24. Welche drei Romane haben dich am meisten inspiriert und warum? 

Diese Frage ist angesichts der Vielzahl der Bücher, die mich beeinflusst haben, nicht zu beantworten. Müsste ich allerdings ein einziges Buch nennen, wäre es „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, die mir die Welt der Bücher buchstäblich eröffnet hat.

Teil 5: Organisation und Persönlichkeit

25. Welche fünf Eigenschaften sollte ein Autor unbedingt besitzen?

Empathie, Kreativität, Ausdauer, Kritikfähigkeit und einen guten Rücken.

26. Welchen Ratschlag möchtest du jemandem mitgeben, der gerade erst mit dem Schreiben begonnen hat?

Höre erst auf Ratschläge, wenn du mit deinem ersten Entwurf fertig bist.

27. Familie, Arbeit, Studium, Schreiben, Vertrieb der Bücher, Social Media. Der Kalender ist voll, was tust du, um nicht auszubrennen dabei?

Ich lese, verreise gerne und spiele mit meinen Kindern.

Teil 6: Ausblicke und Einblicke

28. Glückwünsch! Du hast eine Fee gefunden und sie erfüllt Dir einen

Rechte des Fotos liegen beim Autor

Wunsch. Einzige Einschränkung, es muss etwas mit Büchern zu tun haben. Was wünschst du dir?

Alle meine Lieblingsautoren noch nicht entdeckt zu haben.

29. Wenn Du eine Sache am Buchmarkt ändern könntest, was wäre das?

Die Schließung lokaler Buchhandlungen.

30. Zum Schluss was Handfestes: Welche Workshops, Lehrgänge, Coverdesigner, Lektoren oder Korrektoren kannst du aus Deiner bisherigen Arbeit empfehlen?

Oh, da würde ich einen Blick in eine meiner Danksagungen empfehlen. Da stehen alle Namen derer, ohne die mein Erfolg nicht denkbar wäre, insbesondere die meiner Lektorinnen Carolin Graehl und Regine Weisbrod. Lehrgänge und Workshops habe ich nie besucht.

Lieber Sebastian, ich danke Dir für die Zeit die Du Dir für dieses Interview genommen hast. Es hat mir viel Spaß gemacht und war eines meiner persönlichen Highlights 2016-2017, dass wir eine ganze zeitlang immer wieder in Kontakt standen.

Ich hoffe, alle angehenden und aktiven Autoren können aus meiner „Augenschelm fragt:“-Reihe etwas mitnehmen. Mein Dank gilt allen, die teilgenommen haben. Wir alle wissen, wie rar gesät die Zeit ist und auch wenn ihr nur die erfolgreichen Anfragen sehr, gingen sehr viele unter oder wurden nicht beantwortet.

Allerdings käme es mir nicht in den Sinn, daraus irgendeinem Autor einen Vorwurf zu machen, schließlich bringen Bücher das Essen auf den Tisch und keine Interviews. Deshalb noch einmal meinen ausdrücklichen Dank an:

Elyseo da Silva, Marcus Johanus, Nike Leonhardt, Markus Heitz, Michaela Stadelmann, Axel Hollmann, Tanja Hanika, Zoë Beck, Mareike Albracht, Sonea von Delvon, Alessandra Reß, Nina C. Hasse, Benjamin Spang, Anja Kiel und Sebastian Fitzek.

Augenschelm fragt: Markus Heitz


Ich bin wirklich glücklich und stolz, dass ich Markus Heitz für ein Interview auf meinem Blog gewinnen konnte. Heitz ist gebürtiger Saarländer und lebt immer noch dort, im Oktober 1971 geboren, OldSchool-Grufti und Vollblut-Kreativer.

Den aktuellen Roman „Wédōra – Staub und Blut“ findest Du überall im Buchhandel, von lokal bis Internet, darin geht es um Folgendes:

„Eine abgelegene Wüstenstadt. Eine Million Bewohner. Neun Stadtviertel. Neun intrigante Statthalter – und über alle befiehlt ein mysteriöser Herrscher aus seinem Turm heraus. Es ist an der Zeit für eine neue Welt, neue Gefahren und: neue Helden! Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, nur hier können Karawanen, Kaufleute und Reisende Wasser und Schutz finden. Ungefähr eine Million Bewohner, neun Stadtviertel, neun intrigante Statthalter, und über alle befiehlt ein mysteriöser Herrscher aus seinem Turm heraus. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija. Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Mit einer List verschafften sich die Kaufleute die alleinige Verfügungsgewalt über das Wasser. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Wüste zum Sturm auf die mächtige Stadt. Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.“

Wenn ihr Markus Heitz folgen wollt, könnt ihr das auf mahet.de oder bei TWITTER & FACEBOOK.

 

Interview

Erster Teil – Über Dich

1. Zu Deiner Person: Kannst du vom Schreiben leben? Falls nicht, was
machst Du, außer zu schreiben?

Ja, kann ich. Glücklicherweise seit 2004; vorher war ich im Hauptberuf Journalist und habe nebenbei Bücher geschrieben. Das hat sich seit „DIE ZWERGE“ geändert. Schreiben hat viel mit Disziplin, Ausdauer und Durchhalten zu tun. Das darf man, bei allem Talent und Spaß, niemals vergessen.

2. Wie bist Du dazu gekommen zu schreiben und seit wann schreibst du?

Seit ich 14 Jahre alt bin. Es gab schlicht den Wunsch, Geschichten zu erfinden und eigene Welten zu bauen. Spaß. Das hat sich nicht geändert. Bis heute.

3. Seit wann schreibst du mit dem festen Vorsatz, zu veröffentlichen?

Kann man so nicht sagen. Wenn man schreibt, weil man nicht anders kann, gehört der Gedanke an das eigene gedruckte Buch dazu.

4. Wie hat Dein Umfeld darauf reagiert?

Wohlwollendes Nicken. Aber meine Eltern fühlten sich zuerst sicher, weil ich ursprünglich auf Lehramt studierte. Dann wechselte ich auf Magister, wurde Journalist und dann hauptberuflicher Autor.

Zweiter Teil: Das Publizieren

5. Ist Verlagspublikation oder Selfpublishing dein Weg?

Verlag. SP höchstens mal testweise für Kurzgeschichten oder Projekte, bei denen die Verlage wegen vermeintlicher Unwirtschaftlichkeit abwinken.

6. Wieso hast du dich für diesen Weg entschieden?

Es war damals (1999) der einzige Weg. Meinen ersten Vertrag unterschrieb ich im Jahr 2000, der erste Roman erschien 2002: „Ulldart“, Band 1.

7. In welchem Genre schreibst Du?

Phantastik, Mystery, Horror, SF, Kinderbuch (kein Scherz).

Dritter Teil: Gewohnheiten

8. Wie sieht Dein gewöhnlicher Schreibtag von morgens bis abends aus?

Schreiben, plotten, basteln, tüfteln. Ideen vervollständigen, neue Ideen haben. Und zwischendurch Alltag.

9. Auf welche Art entwickelst Du eine Idee zu einer Geschichte?

Stringent, nach Plot und Plan. Erst der Hintergrund, dann der Plot, dann an den Roman.

10. Wie viele Stunden arbeitest Du pro Woche an Deinem Buch?

Immer. Es werden so 80 sein und mehr. Aber ich unterscheide nicht zwischen Alltag & Schreiben. Alles ist eins.

11. Wie oft überarbeitest Du im Schnitt?

Vier bis fünf Mal.

12. Wie wichtig ist für Dich die Struktur Deiner Geschichte?

Der Garant für’s zügige Schreiben, weil mich das Nachdenken über den Ausgang bzw. den Fortgang der Story nicht aufhält.

Vierter Teil: Inspirationen

13. Welches Buch über das Schreiben kannst du unbedingt weiterempfehlen?

Ich habe vorher keines gelesen. Und danach auch nicht. Learning by readings books and writing.

14. Was war der beste Ratschlag, den du in Bezug auf das Schreiben erhalten hast?

Ich bekam keinen. Klingt komisch, ist aber so. Abgesehen davon, es lieber sein zu lassen und einen Beruf zu erlernen, der sicher ist. Ich hab’s versucht. 😀

15. Welche drei Bücher haben dich am meisten inspiriert und warum?

Gab es in der Form nicht. Ich mag Lovecraft, Storm und Poe als herausragende Erzähler.

16. Wie motivierst Du Dich zum Schreiben?

Alles ist Spaß, denn es zwingt mich keiner, das zu schreiben, was ich schreibe. Wenn es keinen Spaß mehr macht, muss ich mir einen anderen Job suchen

17. Was sind Deine besten Tipps, wenn es darum geht Deinen Roman an den
Mann zu bringen?

Am besten zu einem Verlag.

Wie Du an einen passenden Verlag kommst? Zum Glück gibt es die Frankfurter Buchmesse, und die wiederum hat eine tolle Website. Auf der kann man Verlage nach Genres auflisten lassen, und schon hat man eine enorme Auswahl an Kandidaten samt Anschrift. Notfalls hilft auch der nette Buchhändler um die Ecke mit einem Verzeichnis aus. Bei der Gelegenheit kannst Du gleich einen Termin für eine Lesung vereinbaren. ;o)

Um ein Manuskript anzupreisen, brauchst Du eine Portion Mut, Selbstvertrauen und: -ein Exposee des Romans, das Du erstellst, indem Du Deine Stichwortgliederung ausformulierst und einen Gesamteindruck schaffst. Dazu fügst Du noch eine kurze Beschreibung der Hauptpersonen hinzu -eine Leseprobe. Sie ist der Köder. Nimm eine Stelle, die Dir und Deinen Lesern sehr gut gefallen hat und die zirka 30 DinA4-Seiten Umfang hat. Das Format: 30 Zeilen pro Seite, 60 Zeichen (inklusive Leerzeichen) pro Zeile.

Die Leseprobe musst Du durchnummeriert ausdrucken. Noch besser ist, auf jede Seite auch noch Deinen Namen und die Kontaktadresse vermerken, falls die Leseprobe vom Anschreiben getrennt werden sollte. Nimm weißes Papier und hefte die Seiten zusammen. -ein Anschreiben, in dem Du Dich kurz vorstellst, den Umfang und die Art des Romans (Genre) sowie dein Zielpublikum erläuterst.

Und dann? Warten. :o) Von Absagen bloß nicht entmutigen lassen. Durchhalten, lautet die Parole. Never surrender!

18. Mit welchem Romanhelden möchtest Du gerne einen Tag verbringen?

Wenn man die Bibel als Roman definiert, dann Jesus. Nur um zu sehen, ob er in echt auch ein Hippie war, wie es in der Bibel rüberkommt. Ohne die Bibel, mh, schwierig. Sauron. Muss schwer sein, so als Auge. Hat ja auch keinen Spaß mehr am Leben. Da wäre ich auch wütend. Vielleicht hat ihm einfach keiner zugehört und Plätzchen mitgebracht, denn: Das AUGE isst ja mit. 🙂

19. Glückwünsch! Du hast eine Fee gefunden und sie erfüllt Dir einen Wunsch. Einzige Einschränkung, es muss etwas mit Büchern zu tun haben. Was wünschst du dir?

Ein Buch zu schreiben, dass die Welt mit einem einzigen Satz nachweislich zum Guten verändert. Bämm. Literaturnobelpreis obendrauf. 🙂

20. Welche fünf Eigenschaften sollte ein Autor unbedingt besitzen?

Wie schon erwähnt: Disziplin, Ausdauer und Durchhaltevermögen. Kritikfähigkeit hilft ebenso. Und Lernfähigkeit.

21. Welchen Ratschlag möchtest du jemandem mitgeben, der gerade erst mit
dem Schreiben begonnen hat?

Weiterschreiben, dranbleiben. Die meisten geben zu schnell auf.

Fünfter Teil: Organisation

22. Wie findest Du Deine Zielgruppe?

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Im besten Fall wird man entdeckt. Phantastik und Fantasy waren meisten das, was man heute AllAge nennt.

23. Familie, Arbeit, Studium, Schreiben, Vertrieb der Bücher, Social Media. Der Kalender ist voll, was tust du, um nicht auszubrennen dabei?

Zeitmanagement, fokussieren, Prioritäten setzen.

24. Wie viel der Zeit die Du schreibst macht dir Spaß und wie viel ist eher Quälerei?

95% Spaß, 5% Anstrengung, aber NIE Quälerei.

25. An wie vielen Projekten arbeitest du gleichzeitig?

Immer nur eines nach dem anderen und Pausen zwischen Überarbeitungsphasen für „Kleinigkeiten“ nutzen.

26. Was sind, aus Deiner Sicht, Deine 3 wertvollsten Gewohnheiten im Bezug auf das Schreiben?

Tee trinken, ran ans Projekt, auf die innere Stimme hören.

27. Wie stehst du zu den Begriffen Autor, Schriftsteller, Hobbyautor?

Jeder so, wie er es mag. Autor ist der umfassendste Begriff von allen.

28. Wenn Du eine Sache am Buchmarkt ändern könntest, was wäre das?

Höhere Marge bei Beteiligungen, d.h. die von der Gewerkschaft geforderten 10% zu Beginn der Staffelung bei ALLEN Printbüchern.

29. Zum Schluss was Handfestes: Welche Workshops, Lehrgänge, Coverdesigner, Lektoren und Korrektoren kannst du aus deiner bisherigen Arbeit empfehlen?

Workshops und Lehrgänge habe ich nie besucht. Korrektoren kenne ich nicht persönlich. Von den freien LektorInnen arbeite ich gerne mit Hanka Jobke (Lektographem) zusammen, und bei Covern empfehle ich Anke Koopmann (Designomicon).

Liebe Markus, vielen Dank für Deine Antworten. In meinem „über mich“ habe ich mich bereits als Markus Heitz Fan geoutet, von daher könnt ihr euch vorstellen, wie glücklich ich über die Antworten bin.

Der Einblick eines erfahrenen Vollprofis ist goldwert.

Alle bisherigen Interviews von Augenschelm fragt findest Du hier.

 


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